Posts by mk67

    Ich bin wahrscheinlich sentimental, wenn es um 210er geht :undweg: - aber könnte mir vorstellen, daß sich ein Käufer in einem Jahr freut (und auch mehr zahlt 8) ), wenn du die Stelle jetzt solide sanieren würdest ...

    Um jeden deutlich rostigen 210, den ich vor sechs Jahren während meiner Besichtigungstour gesehen habe, war es schade. Der 270CDI, dessen Schweller damals was von Spekulatius hatte, wäre wohl einige Jahre zuvor noch zu retten gewesen - der Erstbesitzer (über 10 Jahre lang) war Karosseriebauer gewesen und hat die Kiste sicherlich in Schuß gehalten...

    Und dann kommt der Punkt, der mir erst später klar wurde: Das Problem ist nicht der Tiguan. Das Problem ist, dass ich weiß, wie sich ein richtiges Auto anfühlen kann.


    Wenn du einmal lange Strecken in einem alten Mercedes gefahren bist, dann bist du verdorben. Diese Ruhe, dieses satte Abrollen, diese Art, wie das Auto über die Straße geht, ohne dass du jede Bodenwelle im Kreuz spürst. Dicke Türen, schwere Sitze, ein Innenraum, der nicht ständig nervt. Danach fühlt sich vieles von heute einfach billig an, auch wenn es teuer verkauft wird.

    Besser hätte ich es nicht formulieren können... Perfekt auf den Punkt gebracht :thumbup: .

    Dazu kommen noch die Stärken in der B-Note: geschmackvolle Hölzer im Innenraum, Innenraum-Lichtpaket :love: ...

    Vielleicht haben die Leute wirklich vergessen, wie gut Autofahren mal sein konnte. Oder sie wurden über Jahre so an dieses Niveau gewöhnt, dass sie es nicht mehr hinterfragen.

    An dieser Vermutung könnte was dran sein.

    Wobei ich das "wurden" jetzt nicht im Sinne einer vorsätzlichen Niveau-Senkung als Selbstzweck verstehen wollte, aber im Sinne eines Miteinanders: die Kunden fragen nicht mehr danach, also brauchen wir als Hersteller das Niveau auch nicht mehr zu liefern - denn wir können ja auf diese Art schön sparen.


    Ein solcher Niedergang war allerdings schon vor 30 Jahren feststellbar, als sich Mercedes bekanntermaßen damit brüstete, beim 210 die Herstellungskosten gegenüber dem 124 um 30% gesenkt zu haben. Die Kunden nahmen es offenbar hin.

    Mit den bekannten äußerst traurigen Konsequenzen. :(

    Von den Benzen die ich bisher gefahren bin hat mir der 210er am besten gefallen, einfach das beste, satteste Fahrgefühl. Und wenn der einmal losrollte hatte der einen geradeauslauf wie ein panzer, der war unaufhaltsam. [...] Die Sitze waren bequem wie ein Sofa.

    Deckt sich zu 100% mit meiner Erfahrung vor fünf Jahren in einem (leider fehl-gekauften und deshalb nur eine Woche lang gefahrenen) E200-S210-Mopf. Und das war nur ein Classic.


    Normalerweise bin ich bei fast jeder Autobahnfahrt froh, wenn sie vorbei ist. :h040:


    An einem Tag mit dem S210 war ich 500 Kilometer auf werktäglich belebten Autobahnen im Ballungsraum unterwegs. Unter anderem um während der tiefsten Covid-Pandemie einen sehr netten katholischen Priester samt seinem Umzugsgut zur belgischen Grenze zu bringen. Denn sein Abhol-Dienst mit Bulli durfte während der Pandemie nicht nach Deutschland einreisen, schon am nächsten Tag ging aber sein Flug in den Kongo. Die Uhr tickte also - und was tun bei acht großen Umzugskisten??  =O


    Der S210-Laderaum war voll bis unter die Decke (von den acht Kisten bekamen unsere Packer sieben hinein :thumbup: ), die A1 im Bergischen Land nachmittags in der Woche fast ebenso voll - aber wir schwammen entspannt mit 90 km/h (Tempomat <3 ) im Verkehrsfluß mit, unterhielten uns angeregt, und der Wagen fuhr trotz defekter Hydrospeicher wie eine Sänfte :love: .

    Selbst mit dem kleinen M111 und der vollen Zuladung kam er klaglos die Berge rauf. Komplett streßfrei. Freude am Fahren 8) , kein Witz.


    Am Abend des Tages hätte ich Lust gehabt, sofort noch weitere 500 Kilometer Autobahn abzuspulen. Das ist mir davor und danach so nie wieder passiert - obwohl ich (siehe unten) chronisch benz-verwöhnt bin.

    also w202 war ich auch sehr sehr ueberrascht wie schoen der faehrt...

    Ich genieße seit 20 Jahren ein gut gepflegtes 202-Elegance-Erbstück und hatte vor Jahren während meiner 210-Suche einige Vergleiche. Wenn ich die sechs oder sieben probegefahrenen S210-Exemplare gegen meinen halte, bewegt sich der 202 da durchaus im Mittelfeld: Es gab 210er, die besser fuhren (siehe oben) - aber bei einem E320er z.B. hatte ich ein spürbar weniger angenehmes Lenk-Gefühl.

    Natürlich hatten die 210er allesamt ein mehrfaches an Laufleistung herunter, gemessen an meinem (der noch heute, nach 30 Jahren, erst seine 150.000 km absolviert hat).


    Sofern man nicht größer als 1,80 ist und den Sitz weit genug zurückstellen kann, ist das Platzangebot vorn im 202 auch nicht soooo viel schlechter als im 210. Viele kleine Unterschiede in der B-Note (die bessere 210-Ausstattung) natürlich inbegriffen.

    So richtige Unterschiede merkt man da erst im Fond, dort allerdings.

    So, die Relings-Dichtungen sind erneuert :a050: . Danke noch mal für eure Tips :) .

    Gemessen am Zustand der alten Dichtungen - deren Gummi war spröde und brüchig - war die mehrstündige Aktion überfällig.

    Nebenbei hatte ein Vorbesitzer bei der Montage auf der Fahrerseite vorn mal eben die beiden Muttern eingespart. Ob es daran lag, daß im Inneren an einem Befestigungspunkt eine Winzigkeit Rost zu sehen war - wer weiß.


    Ansonsten waren die Partien am Dach rostfrei :thumbup: . Damit hätte ich beim Zustand der alten Dichtungen, unter denen sich auch jede Menge Dreck angesammelt hatte, nicht gerechnet. Möglicherweise kam die Karosserie (die auch ansonsten gut aussieht) ja tatsächlich aus einem frischen (Grazer) Lacktauchbad...

    An den innenliegenden "Metallblöckchen" an den Relings teilweise etwas Rost, aber nur oberflächlich.


    Unterm Strich scheint mir so eine Dichtungs-Erneuerung bei 210ern mit Dachreling nach plusminus 25 Jahren absolut empfehlenswert. :!:


    Auch wenn das Gefuhrwerke im Innenraum beim Ausbau des Himmels eine streckenweise höchst verdrießliche Aktivität darstellt :h040: . Ich habe den Himmel nicht komplett rausgenommen, sondern nur so weit abgesenkt wie nötig. Allerdings sind einem dann etliche Verkleidungen ständig im Weg, und speziell an die Muttern der mittleren Relings-Befestigungspunkte kam man nur blind per Maulschlüssel heran. Ob dort Platz für meinen Drehmomentschlüssel ist (10 Nm laut WIS), wird sich nächstes Mal rausstellen.


    An den Anleitungen im WIS kann man sich gut orientieren.

    Einzig bei den Metallklipsen der B-Säulenverkleidungen bleiben jeweils die unteren (wie's das WIS sagt) am Türrahmenblech, und nur die Verkleidung wird rausgezogen; die oberen werden aber vom Blech abgezogen (das steht nicht im WIS). Und wenn man, wie das WIS sagt, am Innenspiegel einseitig zieht, um ihn auszubauen, hat man erst mal nur den Spiegel in der Hand, der Fuß sitzt noch drin. Den mußte ich dann separat beherzt rausziehen (aber er ist aus Metall und stabil).


    In einem Rutsch habe ich auch noch die 24 Jahre alten Gasdruckfedern der Heckklappe gegen neue Stabilus gewechselt. Gemessen an dem Gesamt-Gefrickel ist das nur noch Kindergeburtstag; es war aber gut, daß wir zu zweit waren, denn selbst ein neuer Dämpfer konnte die Klappe allein nicht halten, und für das Einklipsen der Dämpfer mußte die Klappe wirklich bis zum Anschlag nach oben gedrückt werden. Eine Dachlatte allein reichte da nicht.


    Ich habe mich beim Montieren der Relings entschieden, die Gummidichtungen erst mal üppigst mit Vaseline zu bedenken, und von dem Zeug landete dann auch einiges auf dem Dach an den Stellen, auf denen die Dichtungen aufliegen.


    Was mir aufgefallen ist: Auf der Beifahrerseite scheint der "Wasserabweiser vorn" (A2106982262) einige Millimeter "zu weit unten" zu sitzen - denn zwischen ihm und dem Dach-Wasserabweiser (A2106905062) gibt es unterhalb der Relings-Dichtung eine kleine Lücke X/ . Eigentlich soll der vordere direkt an den hinteren anschließen.

    Gemeint sind die schwarzen "Leisten", auf deren hinterer die Reling angeschraubt ist und deren vordere sich vorn unten bis unter den Kotflügel zieht. Zwar scheint die Relings-Dichtung die Lücke erst mal abzudecken, aber ein Schönheitsfehler ist das schon.

    Nur scheint mir, um das zu korrigieren, muß glatt der Kotflügel runter.

    Oder hat jemand von euch damit Erfahrungen? :/

    Exakt :) . Es wäre unschön, wenn ich die Dichtungen wechselte und dann nach einer Weile die braune Pest einzöge.

    Aber das mit dem Seilfett klingt doch schon mal vielversprechend. Danke euch für die Tips :thumbup: .


    Den von Drehmomentsjunkie beobachteten Effekt des Polierwachses habe ich regelmäßig auch bei Vaseline bemerkt: der Gummi wurde wieder geschmeidiger. U.a. dichtete die Gummiwulst unter meiner 202-Motorhaube danach wieder effektiv. Dito die unhandlichen Gummidichtungen an den vorderen Innenkotflügeln des 202, aber die hat der 210 (zumindest Mopf) ja zum Glück nicht. Auch meinen Türgummis hat die Vaseline tendenziell gutgetan.


    Und ja: Von dem von StrichAchtHenrik beschriebenen Problem mit FluidFilm hatte ich auch gehört, deshalb halte ich das Zeug von Gummi immer penibel fern.

    Henriks Idee mit dem Seilfett unter den Türgummis werde ich nach dem Entfernen beginnenden Rosts auch ausprobieren - beim Umbau einer Tür haben sich schon ein paar Stellen gezeigt, die irgendwann zu Roststellen werden könnten. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt 8) .

    ich kann immer nur empfehlen den eigenen Wagen sogut es geht kennenzulernem, vor allem im Extemsituationen,

    In dem Sinne drängt sich mir der Gedanke an die bekannten ADAC-Fahrsicherheitstrainings auf und an die Hydraulikplatte - nur würde ich vor der wahren Orgie von Wasser zurückschrecken, der ein 210 mit all seinen Hohlräumen dabei ausgesetzt wäre. =O


    Mit meinem 202 habe ich es gemacht, aber der ist überdurchschnittlich rost-resistent...

    Mein einstiger S210 hatte den Tankanschluß hinten rechts im Stoßfänger - das ging gut. Ok, ich weiß nicht, wie es dann wird, sobald man den Stoßfänger mal zur Rostvorsorge abbauen möchte.

    Gut, ich habe hier mit Rankers einen Gas-Umrüster mit gutem Ruf um die Ecke. Da sind die Hemmungen gegenüber LPG gering.


    Kommt mir allerdings so vor, als ob LPG bei der großen Masse der Autofahrer und vor allem auch bei der Politik einen zu Unrecht schlechten Ruf hatte. Kosten und Schadstoffbilanz finde ich überzeugend. Ein Bekannter von mir hat einen kleinen (Kia?-)Flitzer, der ab Werk mit Gas kam. Der wird schon fuderweise Geld gespart haben und ist sehr zufrieden.


    Aber wie schnell sich in Zeiten "sozialer" Medien Vorurteile fortpflanzen, konnte man am Dieselmotor beobachten - der kann ja nun auch nix dafür, wenn gierige Manager auf die Idee kommen, an ihm herummanipulieren zu lassen.

    Ich bin mal so frei und grabe das Thema aus.


    Natürlich - heute ist die Idee wohl idealistischer denn je.
    Aber: Wann wenn nicht jetzt könnte es relevant werden?

    Schließlich bekommen die ersten 210er gerade ihr "H".


    Ich frage mich, inwieweit es möglicherweise Erfolg verspräche, mit kleinen Schritten anzufangen und dann zu gegebener Zeit einen formellen Club auf die Beine zu stellen.


    Daß es Liebhaber selbst abseitiger Fahrzeuge gibt, kann man z.B. in diesem charmanten Filmbericht sehen. Bei einem bekannten Typ wie dem 210 sollte das grundsätzlich anders sein?


    In einem bekannten Nachbarforum hat 2013 - zehn Jahre nach Produktionseinstellung - jemand bekanntlich eigens eine detaillierte Kaufberatung zum 210 geschrieben: 60 Seiten lang. Der hat richtig Arbeit da reingesteckt. So was habe ich zu den hochgelobten W123 und 124 bislang nicht gefunden.


    Es gibt also Leute, die sich für die Baureihe erwärmen können.


    Vor allem dieses Argument von Frank leuchtet mir ein:

    Zwei Gründe gibt es für mich, weshalb ich es für sinnvoll halte, die Liebhaber des W210 so früh wie möglich zu aktivieren. Zum Einen ist es die Erfahrung mit W123 und W124, wie schnell die Schlachtautos und billigen Gebrauchtteile rar werden, [...]. Zum Anderen ist der W210 das erste Volumenmodell von Mercedes, wo eine gute Dokumentation und das Sammeln von guten Teilen in wenigen Jahren überlebenswichtig werden wird.

    Das hat Frank vor acht Jahren geschrieben. Die Zeit läuft also offenbar gegen diejenigen, die ihren 210 erhalten wollen.


    Mit Blick hierauf...

    bis eine feste Truppe zusammensteht, die die jeweiligen Teilaufgaben übernimmt.

    ... ist vielleicht eines der Probleme, daß Leute wie ich - ohne jegliche Vereinserfahrung - keine Ahnung haben, was es denn da überhaupt für "Teilaufgaben" gibt. Folglich legen wir auch deshalb die Hände in den Schoß und lassen uns entmutigen.


    Evtl. wäre es hilfreich, von erfahrenerer Seite her knapp zu skizzieren, wie die "Aufgaben" denn grundsätzlich aussehen. Auch um Schwellenängste abzubauen?

    geht es anschliessend ans Zusammentragen von Wissen, eine Sache, die besonders beim W210 in einigen Jahren lebenserhaltend werden kann.

    [...]

    Meine Frage vorab wäre daher, wie professionell das Ganze angelegt werden soll - als echter Modell-Club und "Botschafter" für den W210, oder als kleine Austausch-Plattform und Kaffeekränzchen ?

    Nun frage ich mich: Muß man das in Zeiten, in denen die Mehrzahl bekanntermaßen nicht für verbindliches Engagement zu gewinnen ist, von vornherein mit dem besagten Club- und Botschafter-Anspruch aufziehen - oder wäre es alternativ denkbar, statt einer für immer "kleinen" eine erst kleine, dann aber langsam wachsende "Austausch-Plattform" (eben nicht nur "Kaffeekränzchen") zu initiieren?


    Man könnte auch daran denken, die weiter oben in diesem Faden geschilderten typischen Zwecke eines Clubs - die Unverbindliche möglicherweise direkt abschrecken - etwas einzudampfen: auf die Lösung des von Frank genannten Kernproblems, das betriebsfähige "Überleben" der Fahrzeuge zu sichern.


    Dazu müßte man nicht mal geographisch nah beieinander sitzen oder gar physische Treffen organisieren - da ginge sicherlich das meiste digital.

    Treffen und ähnliches organiseren könnte man dann zu fortgeschrittenen Zeitpunkten immer noch. Etwa für eine gemeinschaftliche Rostbekämpfungs- oder Mike-Sanders-Hohlraumaktion oder was auch immer.


    Man könnte als Anschubhilfe schon vom Fleck weg aus Foren einiges an Wissen zusammentragen, was zwar geschrieben wurde, vor teilweise vielen Jahren - aber (!) man müßte mitunter lange suchen, um es überhaupt zu finden. Die Know-how-Suche in den Beiträgen in den sog. sozialen Netzwerken ist bekanntlich noch aufwendiger. Soviel wie möglich von diesem Zeug zusammenzutragen, wäre aller Ehren wert.


    Denn...

    Beim W210 ist es wichtiger als bei den Baureihen davor, so früh wie möglich damit anzufangen, die Dinge zusammenzutragen, die man später braucht, um ihn als Oldtimer am Leben zu halten.

    ... brauche ich dazu von Anfang an einen formellen Club - oder läßt sich dieses "Zusammentragen" zu Beginn erst mal auch schon auf niedrigerer Stufe bewerkstelligen?


    Wenn ich also richtig sehe, war man bei Benz bislang nicht dafür zu gewinnen, den noch vorhandenen 210 und den an ihrem Erhalt Interessierten mit ähnlichem Engagement zu begegnen, wie wenn es um W123 oder /8 geht.

    Gut, das ist sehr schade.

    Aber...


    Sind nicht auch andere Wege des "Zusammentragens" denkbar - zu Beginn eher auf der Graswurzelebene?


    Spontan fiele mir ein:

    • natürlich erst mal das gesammelte Wissen vieler Schrauber, an die man heute ungleich leichter herankäme als zu analogen Vor-Internet-Zeiten; auch in scheinbar abseitigeren Gegenden: im C-Klasse-Forum z.B. sind einige unterwegs, die auch 210-Erfahrung haben - oder deren Erfahrungen sich vom 202 auf den 210 übertragen lassen.
    • In freien Werkstätten sollte es doch das eine oder andere an Leuten geben, die den 210 möglicherweise sogar mochten und folglich Freude daran hätten, mit ihrem (womöglich verschütteten) Wissen zum Erhalt der übriggebliebenen Exemplare beizutragen. Mir kann keiner erzählen, daß alle Kfz-Schlosser aller Werkstätten bis heute sofort Brechreiz kriegen, wenn sie vom 210 hören.
    • Vielleicht gibt es Wohlwollende sogar in der einen oder anderen Vertragswerkstatt: ich erinnere mich, bei einem Problem mit meinem 202 vor Jahren mal in einer auf Oldtimer spezialisierten Vertretung jemanden aus der Werkstatt am Telefon gehabt zu haben, der wirklich zugänglich wirkte. Der 210 war für mich da kein Thema - aber bei Benz ist man offenbar mit Blick auf 90er-Jahre-Autos nicht nur muffig und zugeknöpft.
    • Ich denke auch an heute verrentete Meister. Einen - früher Betreiber einer auf Benz spezialisierten freien Werkstatt - kenne ich flüchtig hier z.B. bei mir im Vorort; er hat zehn Jahre lang meinen 202 gewartet. Er winkt zwar beim Stichwort "210" heute geradezu pawlow-artig ab und verweist vehement auf das Rostproblem - aber an das eine oder andere rund um den 210 erinnern wird er sich bestimmt.
    • Und dann die eigentliche Konstrukteurs-Ebene: Sacco hat den 210 sicherlich nicht allein gebaut, sondern mit fleißigen Helferlein. Ich könnte mir vorstellen, daß es da den einen oder anderen gibt, der Anfang/Mitte der 90er viel Gehirnschmalz und möglicherweise sogar Ingenieurs-Herzblut in Details der Baureihe gesteckt hat und dann frustriert war zu sehen, wie sein Werk bei der Blechbearbeitung und Lackierung im Zeichen von "Geiz ist geil" vor die Wand gesetzt wurde. Diese Leute werden heute in Rente sein - aber noch wird es sie geben; und das Problem ist vielleicht nur, sie zu finden. Wer möchte von vornherein ausschließen, was da nicht auf allen möglichen Wegen des Sich-Durchfragens machbar wäre?

    Und wenn [...] evtl. sogar eine Strategie daraus geworden ist, W210-Fahrer aktiv anzusprechen,

    Kommunikationsmäßig sind wir heute acht Jahre und vor allem eine Pandemie weiter. Heute laufen Sachen digital, per Videokonferenz oder wie auch immer, an die 2017 keiner im Traum gedacht hätte.

    In den einschlägigen Foren äußern sich 210-Fahrer immer noch. Vielleicht wirkt ein Club-Vorhaben dann deutlich anziehender auf Außenstehende, sobald man erst mal auf bereits "Zusammengetragenes" - siehe oben - verweisen kann. Analog zum bekannten Schneeball-Effekt - in dem Sinne: Es kommt was dabei raus, und es lohnt sich, mitzumachen.

    Bei beiden Vorgängerbaureihen des W210, dem W123 und W124, haben die offiziellen Clubs mit ihrer Arbeit angefangen, als die Autos ungefähr zehn Jahre vom Markt waren, und ich wage mal zu behaupten, dass die Tätigkeit der Clubs mehr zu dem heutigen Ansehen dieser Baureihen als Oldie beigetragen hat als die vermeintlich bessere Qualität.

    Kommt mir auch so vor, daß bei aller verständlichen Verehrung des 124 gern mal alles in einen Topf geschmissen wird und die Klischeevorstellung gar keine Kenntnis vom Wasserlack-Problem der letzten Baujahre nimmt: als ob das Übel erst mit dem schlimmenschlimmen 210 angefangen hätte.


    Wie Frank schon schrieb:

    ein W210 rostet, ja, ja, ja. Aber rostet ein W124 nicht ? oder ein W123 ? oder eine Flosse ? Oder als ganz extremes Beispiel ein /8 ? Und trotzdem sind das alles anerkannte Mercedes Veteranen mit Typenclub und vollem Support, und niemand erklärt Leute, die sowas machen, zu Spackos, wie das hier der Fall ist.

    [...]

    Als der W123 so alt war wie der W210 jetzt, war er schon selbstverständlicher Teil der Mercedes Veteranenszene, beim W210 streitet man sich dagegen in Threads wie diesem hier darüber, ob er schon das Alter erreicht hätte, um sich überhaupt Gedanken darüber zu machen.

    Eben. Mir scheint, zu viele 210-Fahrer lassen sich von den Vorurteilen anderer Leute bestimmen.

    Von Leuten, die noch nie in einem 210 gesessen haben - oder die ihn von vornherein nicht mochten, weil sie geschmacklich mit den runden Scheinwerfern nicht klarkamen.


    Nachtrag: Ich habe vergessen zu betonen (weil ich es selbstverständlich finde), daß das besagte "Zusammentragen" von Wissen natürlich nur komplett auf dem Boden der Legalität unter Wahrung aller Benz- und sonstigen Urheberrechte denkbar wäre.

    er hat jetzt immer ein Ersatzrad dabei.....

    Ja, ich hatte auch zwischen 2015 und 2019 (ca 30.000 km insgesamt) drei Reifenschäden. Einen aus grober Unwissenheit (viel zu alter Reifen) - später eine fette Schraube auf einer Wiese in Frankreich - und ein kleines spitzes Metallstück irgendwo auf der A57 zwischen Rheinberg und Goch. Alle drei Fälle wären ohne vollwertiges Ersatzrad mehr oder weniger ungemütlich geworden...


    Leider finde ich in meinen Notizen nicht mehr Namen oder Adresse des polnischen Anbieters, der mir 2021 für neue vertikale Reserveradmulde-Gastanks empfohlen worden war... :(

    Diesen fetten Tank im S210-Laderaum hätte ich auch nicht haben wollen. Deshalb waren auch die meisten angebotenen LPG-Kombis für mich uninteressant.

    Klar war es lästig, dann bei meinem mit dem Tank in der Radmulde das Ersatzrad halt permanent auf der Ladefläche liegen zu haben... (denn ich wollte auch nicht ohne fahren).

    Ich hatte 2021 für kurze Zeit den Vorläufer deines E200 ohne Kompressor (Mopf-Automatik-Kombi) mit Landi-Renzo-Gasanlage. Falls dich Verbrauchswerte interessieren - ich habe mal bei konstanten 90 km/h auf der vollen Autobahn verglichen:

    • Auf Benzin verbrauchte er laut Bord-Schätzeisen 6,1 l / 100 km, das müßte laut Zapfsäule auch einigermaßen gestimmt haben;
    • auf Gas beim Tanken an der Zapfsäule gemessen 8,2 l / 100 km. Das war damals bei 0,6 € für den Liter LPG unschlagbar billige Mobilität: 100 km für etwa 5 € 8) . Noch heute werde ich sentimental, wenn ich an der Tankstelle an einer LPG-Säule vorbeikomme.

    Darüber hinaus bekam man in Frankreich die Crit'Air-Umweltvignette der Kategorie "1": das war außerhalb des Elektro- und Wasserstoffbereichs die beste, die man überhaupt bekommen konnte (ohne Gas hätte der Wagen nur die "3" bekommen können).


    Leider wurde es 2021 schwierig, noch neue vertikale Gastanks für die Reserveradmulde zu bekommen. Damals hätte ich in Polen einen kriegen können, hatte den Wagen aber nicht lange genug, um den Tank noch zu erneuern. Ich weiß nicht, wie die Situation da heute aussieht.

    Es kann am Licht bei der Aufnahme liegen - aber neben dem fleckig aussehenden Handschuhfachdeckel kommen mir die Holz-Oberflächen ziemlich schmuddelig vor. Die könnten auf jeden Fall Pflege vertragen.

    das Foto vom Innenraum ist eine C-Klasse, ab dem Punkt ist der Verkäufer bei mir durchgefallen, für diesen Preis erwarte ich mehr Professionalität

    Tatsache - das erste Intérieur-Bild stammt aus einem 202-Mopf.


    Was die pseudo-barocke Optik des Äußeren angeht, sehe ich das ebenso, wie die anderen das schon geschrieben haben. Die barock/bunkig gestalteten Felgen setzen dem Ganzen im Verbund mit dem Auspuff noch die Krone auf. Aus meiner rein subjektiven Sicht schade um den Wagen, daß man ihm das Lorinser-Tuning nicht erspart hat.


    Für den Preis würde ich einen Wagen mit weniger Tuning-Schnickschnack, dafür im erwiesenen Top-Zustand suchen.

    Auch der Allradantrieb dürfte noch ein bißchen zum Durst beitragen.

    Hast du zum Vergleich mal den Verbrauch auf Gas gemessen, ob der auch so überhöht ist?


    So oder so würde ich evtl. die Gasanlage auch noch mal von einem (guten) Fachbetrieb überprüfen lassen - ob die womöglich irgendwas auch mit Auswirkungen auf den Betrieb unter Benzin vermurkst.


    Wenn dir die Vergleichswerte für kleinen Benzinmotor etwas helfen sollten: Ich hatte vor vier Jahren für kurze Zeit einen E200-Mopf-Kombi mit 722.6.-Automatik und 2013 nachgerüsteter Landi-Renzo-Gasanlage. Auf meinen leider einzigen längeren Autobahnfahrten verbrauchte er...

    • auf Gas im Bergischen Land, also rauf und runter, über die wochentags pickepackevolle A1 mit Tempomat 90 km/h 8,2 l/100 km (.... dem Gasantrieb trauere ich heute noch hinterher...)
    • auf Benzin bei gleichem Tempo im Flachland (A40, B1 und A44 im Ruhrgebiet) etwa 6,1 l/100 km.

    Danke, Christoph :thumbup: .

    Ins Grübeln komme ich nur bei der Überlegung, ob die auf den B ausgelegten Befestigungspunkte auch in den S210 passen. Ich muß mir das mal angucken, sobald ich den Wagen nächsten Monat wieder vor mir habe.


    Der Preis ist völlig ok - nur möchte ich vermeiden, hier möglicherweise dann ein schönes, aber nicht in den 210 passendes Stehrümchen vor mir zu haben...

    Ich vermute mal, die Limousine ist gemeint? Laut Etzold "So wird's gemacht", S. 186 - das ich mir auf jeden Fall besorgen würde, schon nach der ersten kleinen Reparatur hat man die Kosten für das Buch raus - sitzt zusätzlich zu den zwei Clips noch unten in den Ecken des Kofferraums jeweils eine Schraube, die rausmuß.

    Ich habe leider (noch) keinen Wagen mit dem FBS 3 in Reichweite, deshalb bleibt das jetzt arg theoretisch - aber was das EZS angeht, kommt mir jetzt wieder die kuriose Geschichte in den Sinn, bei der die bekannten "Autodoktoren" temperaturbedingte Fehler rund um das elektronische Zündschloß und den zugehörigen Schlüssel behandelt haben. Hier im Falle eines Benz, an anderer Stelle auch mal im Falle eines BMW.

    Nach 25 bis 30 Jahren vermutlich der Klassiker: kalte Lötstellen - oder Probleme mit einem Prozessor. Reparabel.


    Es kommt mir deshalb in den Sinn, weil ich nicht weiß, ob der Wagen womöglich auch bei laufendem Motor eine intakte Verbindung zum eingesteckten Schlüssel braucht... und bei der alten Elektronik würde ich schon mal mit Aussetzern rechnen.

    Kommt vermutlich auf die Innenraummaße an :/ ... ich habe den Wagen gerade nicht in Reichweite und kann leider nicht nachsehen, wo und wie genau der Halter im Inneren befestigt wird. Der S210-Laderaum selbst ist zwischen den Radkästen 110 cm breit.