Hoher Kühlwasserverlust W210 E240

  • Hallo zusammen,

    ich habe einen W210 E240, Baujahr 2000, mit aktuell 178.000 km.

    Problem: Extrem hoher Kühlmittelverlust (allein in den letzten 3 Monaten sind ca. 20 l verloren gegangen). Ich fahre jeden Tag circa 30 km pro Strecke auf die Arbeit. Davon 10 km Autobahn.


    Ich habe den Wagen vor einem Jahr mit ca. 155.000 km gekauft. Er wurde immer scheckheftgepflegt, direkt bei Mercedes, bis zuletzt. Der Vorbesitzer (ein enger Bekannter) hatte ihn mit ca. 130.000 km aus erster Hand gekauft – ohne Kühlmittelprobleme. Diese traten jedoch mit ca. 150.000 km nach einer längeren Strecke (ca. 600 km) erstmals auf. Seitdem muss etwa alle drei Tage ca. 1 l Kühlwasser nachgefüllt werden.

    Mein Bekannter ist mit diesem Problem zu einer Mercedes-Werkstatt gefahren. Dort wurde der Wagen immer gewartet. Das System wurde zweimal abgedrückt. Jedes Mal gab es keinen Druckverlust, und die Werkstatt sagte lediglich:

    „Das ist normal bei alten Autos, einfach weiterfahren.“

    Rein äußerlich wurden keine Lecks entdeckt, und es ist auch kein Kühlwasser unter dem Auto zu finden.

    Nach weiteren 5.000 km habe ich den Wagen dann gekauft – in der Hoffnung, das Problem zu lösen. Da der Wagen fast keinen Rost hat, wollte ich ihn unbedingt erhalten.

    Bei mir ging der Kühlwasserverlust natürlich weiter. Da ich weißen Schleim am Motoröldeckel entdeckt hatte, bin ich als Laie direkt davon ausgegangen, dass die Zylinderkopfdichtung defekt ist. Also bin ich wieder zu der Mercedes-Werkstatt gefahren, die erst wenige Kilometer zuvor einen Ölwechsel gemacht hatte. Dort sagte man mir, dass Schleim am Deckel bei Kurzstrecken normal sei und bei diesem Modell eigentlich nie der Zylinderkopf kaputt gehe.

    Trotzdem habe ich mir ein Testset gekauft und geprüft, ob Abgase in den Kühlwasserbehälter gelangen. Ich habe den Test mehrfach durchgeführt, und das Testmittel hat sich nicht verfärbt – somit konnte ich ausschließen, dass die ZKD defekt ist.

    Anschließend habe ich mir ebenfalls ein Set zum Abdrücken des Kühlmittelkreislaufs gekauft. Mehrfach getestet: kein Druckverlust im kalten Zustand, im warmgefahrenen Zustand lediglich ein minimaler Verlust.

    Zusätzlich habe ich fluoreszierendes Mittel verwendet, um mögliche Undichtigkeiten zu finden. Dabei konnte ich nur minimale Stellen am Kühler erkennen.

    Ich habe dann in Foren recherchiert. Den Wischwasserbehälter geöffnet und die Dichtungen der Heizspirale (durch die Kühlmittel fließt) getauscht. Danach bin ich mehrere Tage ohne Wischwasser gefahren, um zu testen, ob dort eine Undichtigkeit vorliegt – Fehlanzeige, nichts zu erkennen.

    Anschließend habe ich den Ölkühler komplett getauscht, aber auch das brachte keine Änderung.

    Da es nicht sein kann, dass das Kühlmittel einfach „in Luft und Liebe“ verschwindet, bin ich davon ausgegangen, dass es verbrannt wird. Aber bei dieser Menge müsste weißer Rauch sichtbar sein – was nicht der Fall ist. Der Motor läuft ruhig, und es ist weder optisch noch akustisch etwas auffälliges festzustellen.

    Um auszuschließen, dass Kühlwasser ins Motoröl gelangt, habe ich ca. 5 l Öl abgelassen und mehrere Tage stehen lassen. Ergebnis: kein Wasser zu sehen.

    Damit war ich mit meinem Laienwissen am Ende und habe beschlossen, das Auto in eine andere Werkstatt zu bringen, bevor ich den Motor schrotte. Diese Werkstatt, so wurde sie mir empfohlen, ist auf Mercedes spezialisiert. Man war sofort begeistert vom Zustand des Autos. Nachdem ich alle bisherigen Maßnahmen geschildert hatte, kam direkt die Aussage:

    „Bei dem hohen Verlust muss das schnell zu finden sein.“

    Nach mehreren Tagen und mehreren Versuchen, das Auto im warmen und kalten Zustand abzudrücken, wurde schließlich ein kleines Leck im Kühler gefunden, das unter erhöhter Drehzahl Kühlwasser herausdrückt. Also wurde ein neuer Kühler eingebaut.

    Ich war mega glücklich, dass das Problem endlich gefunden schien. Doch leider trat ein paar Tage später wieder genau das gleiche Problem auf.

    Ich habe erneut in der Werkstatt angerufen und gefragt, was man noch machen könnte. Die Antwort war:

    „Jetzt könnte es eigentlich nur noch die Wasserpumpe sein, aber das müsste man normalerweise erkennen.“

    Der Werkstatt ist das Risiko jedoch zu hoch, dass es am Ende wieder nicht die Ursache ist.

    Ich bin somit wirklich mit meinem Latein am Ende. Ich hoffe, jemand hatte schon einmal ein ähnliches Problem und kann mir weiterhelfen oder kennt jemanden, der dieses Problem beheben kann. Den Motor zu öffnen traue ich mir als Laie nicht zu. Ich möchte das Auto wirklich ungern hergeben und hoffe, hier noch einen hilfreichen Tipp zu bekommen.

    Schon mal vielen Dank an alle!

  • Moin.

    Ich vermute, dass die Zylinderkopfdichtung (beim V6 halt eine von beiden) an einem Kühlwasserkanal zum Brennraum hin undicht ist. Das kann man nur richtig deutlich erkennen, wenn der Zylinderkopf runter ist. Nach 25 Jahren darf so eine Dichtung auch mal versagen.

    Aber schaut euch erstmal die Wasserpumpe genauer an. Die kostet auch nicht die Welt. Vielleicht ist es nur eine Dichtung.

    Grüße,

    Yilmaz

  • Hallo Mumphine und MB124 schonmal vielen Dank für eure Antworten.


    Ich habe noch einen wichtigen Punkt vergessen. Vor circa 7.000 km, also vor dem Kühlertausch, war ich so verzweifelt das ich dann Kühlerdichtmittel reinhekippt habe vor einer 800 km Autobahnfahrt. Das Problem war kurzfristig behoben und ich hatte auf der Fahrt kein Kühlmittel verloren. Jedoch fingen nach dieser Fahrt die Hydrostößel an zu klappern. Nach weiteren 1000 km war das klappern jedoch wieder weg und der Kühlmittelverlust wieder extrem hoch.

  • 3 Eier ins Kühlwasser wird bei der Menge wahrscheinlich nicht mehr helfen. Ich würde mal die Kopfdichtungen bzw. AGR Dichtungen usw. tauschen. Ist bei dem V6 ja kein großes Problem oder?

  • Drehmomentsjunkie Danke für den Tip. An solche Sachen traue ich mich als Laie leider nicht ran. Ich versuche mal eine andere Werkstatt oder einen Schrauber im Saarland zu finden. Ich schaue mal was eine Reparatur der Wasserpumpe kostet und wenn es das nicht ist wird wohl der Kopf runter müssen.

    Falls ihr Adressen oder Kontakte von Schraubern kennt, gerne her damit. Vielen Dank und einen schönen Abend :)

  • das wäre der absolute Klassiker....ein sehr unterschätzter Klassiker


    ich habe mir gestern schon Gedanken gemacht, bei soviel Verlust sollte das auffallen, das Wasser muss ja irgendwohin, selbst wenn das in den Brennraum kommt, muss der qualmen


    ich habe da noch eine weitere Theorie, allerdings ein wenig "kompliziert", wenn der Ring im Steuerdeckel doch undicht sein sollte und das Wasser kommt doch ins Öl, aber bei hohen Temperaturen schnell wieder auskocht, denn wenn am Kühlwasser etwas gemacht und die Hydros anfangen zu klapeprn, dann besteht da eine Verbindung


    Ich weiß es ist kompliziert den zu tauschen, aber das betrifft in dem Alter mehr oder weniger alle 112, 113er usw. und je nachdem in welchem Stadium der Ring ist, sind auch die Auswirkungen unterschiedlich


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  • Bei den R5 und R6 Diesel klapperten die Hydros wenn die Kopfdichtung am Ölverteiler 1. Zylinder fritte war weil er dann auch Luft rein zog. klassische Krankheit.

  • dbroegger vielen Dank für deine Antwort :) ja den Ausgleichsbehälter und Deckel habe ich schon kontrolliert. Da ist leider nichts.


    Alex190blau veilen Dank für deine Hilfe :) ich werde morgen mal nochmal das Öl kontrollieren und wenn nicht sogar mal ganz ablassen und schauen, ob nicht doch etwas Kühlwasser zu sehen ist mittlerweile.


    Ich werde zusätzlich auch nochmal einem Test machen im Kühlwasserausgleichsbehälter ob nicht doch mittlerweile Abgase in den Behälter gelangen und der Test auf eine defekte Zylinderkopfdichtung anschlägt.

  • Hallo Zusammen, etwas Zeit ist vergangen aber ich wollte euch auf dem laufenden halten. Mumphine  MB124  Drehmomentsjunkie  Alex190blau  dbroegger


    Ich habe noch mehrere Sachen getestet. Zum einen hat es mich etwas stutzig gemacht, dass der Wagen ja nie gequalmt hat – und bei einem solch großen Kühlwasserverlust müsste es ja eigentlich qualmen ohne Ende. Nichtsdestotrotz habe ich alle Zündkerzen ausgebaut, um zu testen, ob welche ausgewaschen sind. Und siehe da: Alle sehen normal aus.

    Da meine Tests, ob Abgase in den Kühlwassertank gelangen, immer negativ waren, schließe ich nun die Zylinderkopfdichtung aus.

    Ich habe außerdem das Öl abgelassen, und siehe da: Es ist bräunlich. Also gelangt definitiv Kühlwasser ins Öl.

    Um auszuschließen, dass der neue Ölkühler (den ich eingebaut hatte) defekt ist, habe ich diesen ausgebaut und abgedrückt. Ich konnte jedoch keinen Fehler feststellen.

    Ich habe das Auto ohne Öl stehen lassen, mit offener Ölablassschraube – und siehe da: Tropfen mit Kühlwasser im Eimer, den ich unter das Auto gestellt habe.

    Anschließend habe ich Druck auf den Kühlkreislauf gegeben, und das Kühlmittel lief wie Wasser aus der Ölablassschraube heraus.

    Ich gehe also davon aus, dass Alex190blau recht hatte und die zwei Dichtungen im Steuerdeckel defekt sind.

    Ist natürlich ärgerlich, da es sich um einen Materialwert von etwa 3 Euro handelt, aber mit riesigem Aufwand verbunden ist.

    Ich mache mich jetzt mal auf die Suche nach einer Werkstatt und halte euch auf dem Laufenden.

    Danke nochmal an alle für eure Bemühungen!

  • danke für die Rückmeldung


    es ist schon mal gut das du die "Quelle" gefunden hast


    falls du noch technische Infos zum Steuerdeckel brauchst, einfach melden, z.B. welche Dichtmasse, Anzugsmomente usw.

  • Fragt sich eigentlich niemand hier, wo diese Mengen an Wasser, die ins Öl laufen sollen eigentlich bleiben? Wenn das so viel wäre, könnte das doch unmöglich alles verdunsten. 20l in 3 Monaten.

  • Doch schon, mir ist das auch zu viel, Post Nr. 8 hatte ich ja schon Zweifel.


    Das kann natürlich sein das der Motor bereits einen Schaden abbekommen hat.


    Allein schon das der Ölpegel ansteigen müsste.


    Böse ist das das Kühlwasser sich nicht mit dem Öl vermischt und schwerer ist, also unten in der Ölwanne.... da wo die Ölpumpe das Öl ansaugt.


    Meine Theorie ist das das tropfende Kühlwasser irgendwie auf den Kettentrieb tropft und weggeschleudert wird und gleichzeitig verdampft oder auskocht, sonst wäre der Motor schon längst platt.

  • Hallo an alle,

    Vor circa 2 Monaten wurden die Dichtungen hinter der Wasserpumpe getauscht (also wie Alex190blau gesagt hatte.) Seitdem circa 2500 km gefahren ohne Kühlwasserverlust. Die waren wohl komplett aufgelöst und spröde.

    Vielen Dank an alle für eure Hilfe.

    Seitdem läuft das Auto wieder einwandfrei.

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