210 als Erstwagen

  • Moin zusammen


    Bin 20 und mach ne Lehre zum Berufskraftfahrer.

    Ich bin am überlegen einen 210er als Erstwagen zu kaufen. Die ganzen Sachen mit Rost usw. sind mir bewusst.

    Damals konnte ich noch den 210er von meinem Opa fahren. Ich fand und finde ihn bis jetzt noch ein schickes und gemütliches Auto.

    Hab auch ein paar gut erhaltene gefunden.

    Brauche halt so langsam ein Auto um zur Arbeit zu kommen. Weit zur Arbeit hab ich es nicht (so ca. 12km). Ein paar Touren innerhalb von Deutschland würde ich schon gerne machen.

    Wie sind so eure Erfahrungen?

    Würdet ihr mir davon abraten oder wäre dies als Azubi möglich? (Mein Gehalt als Azubi ist im Gegensatz zu vielen anderen Ausbildungen ganz in Ordnung)

    Muss ich mir bei dem Auto Sorgen machen wenn ich es noch gut ausfahre?

    Grüße

    Marsel

  • Ach ja was ich vergessen habe zu erwähnen falls es was ausmacht: kleinere Reperaturen (oder auch andere kommt drauf an was) wären kein Problem, habe eine Zeit lang in einer KFZ Werkstatt gearbeitet und eine Technische Ausbildung schon hinter mir. Somit habe ich auch einige Freunde/Bekannte aus dem KFZ Bereich

  • technisch ist so ein 210er kein Problem, du musst entweder schweißen, schleifen, spachteln, lackieren usw. können oder bereit sein es zu lernen....oder wollen es bezahlen zu können

    ich weiß das 210er eins der besten Autos ever ist, aber ich traue mich nicht da ich mit Karosseriepest nicht zu tun haben möchte

  • Moin Marsel und :welcome21:

    Die Antwort auf deine Frage ist von mehreren Kriterien abhängig. Also nicht so pauschal zu beatworten.

    Bei den regelmäßigen Fahrten zur Arbeit würde man zum Benziner raten, es sei denn, die Deutschlandtouren werden so häufig sein, dass du auf eine Jahresleistung von 20-30 tsd. Kilometer kommst. Die Rostproblematik hast du bereits angesprochen, aber das ist natürlich nicht alles, da annähernd alle 210er die Voraussetzungen für eine Oldtimerzulassung erfüllen.

    Bei einem Alter von mehr als 30 Jahren geht ein Fahrzeug meist durch diverse Hände und der Wartungsnachweis wird schwieriger. Wer bringt das Auto da noch zum A oder B-Service. In der Regel ist es dann so, wie du schreibst. Ich mache viel selbst und habe auch Freunde, die KFZ affin sind. Ist grundsätzlich nichts gegen einzuwenden, aber einen Stempel gibt es dann eben nicht. So kommt es eben dazu, dass du außer normalem Verschleiß auch schon mal kostspielige Reparaturen zu bewältigen hast. Du kannst nur alleine entscheiden, ob deine Möglichkeiten dafür ausreichend sind. Für ein Erstfahrzeug ist der 210er schon Oberklasse. ;)

  • Mein gerade geangelter CDI-S210 ist leider noch zu kurz bei mir, als daß ich dir handfeste Tips geben könnte - das können andere hier besser. Aber meine kurzen Erfahrungen mit einem E200 vor Jahren geben was her.

    Und so oder so...

    Damals konnte ich noch den 210er von meinem Opa fahren. Ich fand und finde ihn bis jetzt noch ein schickes und gemütliches Auto.

    Hast du den evtl. noch in Reichweite? Er gäbe ein sehr gutes Studien- und Vergleichsobjekt zum Üben ab: auf die Bühne einer Mietwerkstatt nehmen und einfach mal gucken, was einem da so alles begegnet.
    Während meiner Suche habe ich von jedem 210 gelernt, den ich näher angesehen habe.


    Übrigens könntest du - falls du mal ein Weihnachtsgeschenk brauchst - deinem Opa eine selbstgemachte Rostvorsorge an dem Wagen schenken. Das macht Spaß, trägt natürlich zur Pflege automobilen Kulturgutes bei und geht zu großen Teilen mit naturnahen Fetten/Ölen in der eigenen Garage.

    Hab auch ein paar gut erhaltene gefunden.

    Herzlichen Glückwunsch schon mal - gut erhaltene sind nach meinem Eindruck heute selten.


    Wenn du ernsthaft über einen Kauf nachdenkst, würde ich bei dem betreffenden Wagen...

    • einen formellen Gebrauchtwagencheck bei TÜV, Dekra o.ä. machen lassen. Dort kommt der Wagen auf die Bühne und wird genau beäugt. Bei meinem ersten Versuch 2021 mit einem LPG-E200 nahmen ihn gleich zwei Prüfer eine halbe Stunde lang unter die Lupe. So weit so gut - und ich würde es immer empfehlen. "Meine" Jungs fanden z.B. zwei gebrochene Federn an der Hinterachse, die der Verkäufer auf seine Kosten dann erneuern ließ.
    • Aaaaaber: Nimm unbedingt auch jemanden zu dem Prüftermin mit, der die Baureihe 210 als Schrauber gut kennt! In meinem Fall mit dem E200 hatte der Gebrauchtwagencheck einen Haken: Die Prüfer waren zu jung. Sie kannten einige spezifische S210-Schwachstellen nicht. Die kannte dann ein 210-sammelnder Schrauber - und als er den Wagen nach dem Kauf auf seiner Bühne hatte, wußte ich nach zehn Minuten, daß ich mit meinem E200 einen kapitalen Bock geschossen hatte =O . Wäre besagter Schrauber beim Check-Termin dabeigewesen - es wäre zusammen mit den TÜV-Leuten die ideale Kompetenz-Kombination gewesen, und ich hätte vierstellig Geld gespart.
    • Vor jeder Besichtigung aber würde ich in Foren wie diesem hier stöbern (die 210er Rubrik enthält einiges an älteren interessanten Fäden - und im Nachbarforum gibt es eine über 60seitige Kaufberatung zum 210. Die finde ich sehr ergiebig und interessant, denn über den Kauf hinaus befaßt sie sich auch mit den ersten Schritten danach. Vor allem natürlich Rostvorsorge. Auch wenn die Kaufberatung schon zwölf Jahre alt ist - was da drinsteht, kommt mir zeitlos aktuell vor. Die einzige prominente potentielle Schwachstelle, die dort nicht genannt wird, scheint mir erst seit ein paar Jahren so richtig bekannt zu sein: die Hinterachsaufnahmen. Wenn es dort gammelt, hat man nach meinem Eindruck eine sehr, sehr teure Baustelle vor sich, um die man einen Bogen machen sollte.
    • Laß am besten auch per Stern-Diagnose den Fehlerspeicher auslesen. Bei meinem besagten E200 kam dabei u.a. raus, daß die Vorbesitzer chronisch beim Motorölwechsel geschludert hatten. Übrigens wahrscheinlich mit bald super-fatalen Folgen =O . Verrate ich gleich ;) .

    Noch ein paar spontane Ideen:

    • Guck, daß idealerweise mindestens zwei intakte Schlüssel dabeisind. Anderenfalls wäre das für mich ein Grund, mindestens 100 € im Preis runterzugehen. Mit nur einem Schlüssel würde ich nicht auf lange Reisen gehen, denn der kann auch mal kaputtgehen, in den nächsten Gulli fallen etc. - und nachbestellte Zusatzschlüssel kosten mit ihrem elektronischen Firlefanz richtig Kohle.
    • Nimm dir bei der ersten Besichtigung doppelt soviel Zeit, wie du meinst, dem Verkäufer zumuten zu können. Ich hab das nicht gemacht und war zu höflich - ein Fehler. Auf der besagten Schrauber-Bühne nach dem Kauf fiel mir dann auf, was ich immer noch alles übersehen hatte. Z.B. Rost an den Tür-Unterkanten - und dabei dachte ich doch, ich hätte dort auf der Straße bei hellem Tageslicht alles gewissenhaft abgesucht :rolleyes: . Jemand zweites schon zu diesem ersten Besichtigungs-Termin mitzunehmen, kann natürlich niemals schaden.
    • Nimm bei der Probefahrt jemanden mit, der sich mit dem Verhalten des betreffenden Motors mindestens ein wenig auskennt: "mein" besagter Schrauber hörte mal bei einem solchen Termin Sachen, die mir - Laie, der ich bin - niemals aufgefallen wären. "Finger weg", hieß es dann auch direkt.
    • Ach ja: Wenn der Verkäufer mit dem Bauerntrick kommt, er habe noch einen zweiten Interessenten, und der sei bereit, den Wagen unbesehen für den VB-Preis zu kaufen: Fall nicht drauf rein. Ich bin damals drauf reingefallen :rolleyes:, schön doof - und bin mir heute ziemlich sicher, daß es diesen zweiten Interessenten nie gegeben hat ;) . Denn dazu hätte der Preis höchstens halb so hoch sein dürfen, daß man diesen Wagen unbesehen gekauft hätte...

    Ach ja - die erwähnten "fatalen Folgen"? Bei meinem Nach-Nachbesitzer hatte der Wagen einen satten Pleuellagerschaden. Sicherlich befördert dadurch, daß der gute Mann die Kiste in kaltem Zustand getreten haben muß, als wenn's kein Morgen gäbe. Aber die besagten jahrelang verschlampten Motorölwechsel werden vielleicht auch dazu beigetragen haben.

    Dagegen waren die schweren Rostschäden und der Wartungsstau, die mich zuvor dazu gebracht hatten, den Wagen schnell wieder zu verkaufen, der reine Kindergeburtstag X/ .

    Ein paar Touren innerhalb von Deutschland würde ich schon gerne machen.

    Wie sind so eure Erfahrungen?

    Die eine Woche, in der ich den E200 hatte: Das Fahren war ohne Einschränkung der pure Genuss.


    Normalerweise hasse ich nichts so sehr wie Autobahnfahren: dieser gnadenlose Stumpfsinn, bei dem ich spätestens nach einer Stunde hoffnungslos nacken- und beinverkrampft bin und mich außerdem von der ersten bis zur letzten Minute zu Tode langweile.


    Mit dem S210 war ich damals an einem Tag mal 500 km auf Autobahnen unterwegs - und zwar Hardcore: auf der pickepackevollen A1 mitten in der Woche durchs Bergische Land, und dann noch über den Kölner Ring, das volle Programm, zuletzt die ganze Strecke wieder zurück.

    Das hat normalerweise nichts zu tun mit Entspannung oder "Freude am Fahren". :D Da bist du nur froh, wenn es vorbei ist.

    Aber nach 490 der 500 km habe ich an dem Tag ganz ehrlich gedacht: Du hättest jetzt Lust, noch mal 500 km dranzuhängen.

    Mit Tempomat und gut eingestelltem Sitz war es komplett streßfrei. Man hatte das Gefühl, in einer Sänfte dahinzugleiten. Das pure Vergnügen. Zu allem Überfluß damals (!) zu LPG-Kosten von 5 € auf 100 km, spottbillig - ich hätte heulen können: Kein Wunder, daß ich dem Wagen noch Jahre später hinterhergetrauert habe.


    À propos Touren: Richtig klasse übrigens auch die Möglichkeit, in diesem riesigen Laderaum des Kombis neben allem Gepäck auch noch auf einer passenden Matratze ausgestreckt zu schlafen. Schon bevor ich bei einer meiner Besichtigungen einen S210 sah, den der Vorbesitzer zum "Mini-Camper" modifiziert hatte (leider ohne sich dabei auch um die Rostbekämpfung zu kümmern ;( ), hatte ich auch diese Idee.

  • Mein erstes Auto war ein W210 E280.

    War für mich das perfekte erste Auto, auch wenn ich ihn nach einiger Zeit wegen Rost wieder abgegeben habe.

    Meine tochter fährt seit mehrere jahren auch einen w210/280 ,war noch nie was dran,außer mal einen ölwechsel automtikgetriebe.


    Bei 125.000km bekommen jetzt hat er 193.000km.


    Mußt halt schauen das er nicht soviel kilometer hat.

  • Vielen Dank für eure verschiedenen Beiträge/Erfahrungen und Tipps! Konnte da vieles mitnehmen. Ich werde mir mal auf jeden Fall einen Besichtigungstermin machen. Hoffentlich sieht der dann untenrum genauso gut aus wie von außen :)

  • willkommen im Forum.

    Ich feier die Aussage:


    Ich bin 20 und (...) "damals" konnte ich noch den 210er von meinem Opa fahren. 🤣

  • willkommen im Forum.

    Ich feier die Aussage:


    Ich bin 20 und (...) "damals" konnte ich noch den 210er von meinem Opa fahren. 🤣

    ja hat vor ein paar jährchen auf privatgrundsück :D

  • Willkommen!

    also ich bin mit meinem 210 320CDI sehr zufrieden. Er hat einen Chip und dadurch genug Leistung. Da er von mir immer die Sporen bekommt nimmt er rund 11l auf Kurzstrecken. Ich bin 1,90 groß und etwas breiter als "normal" :) aber da das er ordentliche Ledersessel hat die sich auch weit nach hinten schieben lassen ist das ok.Es ist ein Avantgarde und darum auch recht tief bzw. hat ein sportliches Fahrwerk. Mit der Karosse habe ich Glück und eben kaum Schimmel.

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